sprachlos

 

Wenn Sätze, deren Konturen man flimmern, ja glitzern sieht, von weitem, sich im Kopf verlieren. Im Lärm der zischenden klirrenden Stille.

 

Wenn Wörter sich nach innen fressen, sich auf der Zunge stapeln und in den Rachen kippen

 

Wenn man sich an Konjunktionen verschluckt, sie unter Würgen und Husten wieder erbricht. Sinnloser Brei.

 

Wenn die Zwischenräume der nie vernommenen Silben sich neuen Lauten widersetzen und fort und fort den Raum nach innen verdichten, verkleben, verstellen. Die Buchstaben aus den Fugen gehoben sich verkeilen, verklemmen, in den Zahnlücken stecken.

 

Wenn die tastende zögernde Zunge die Laute verfehlt, auch nach nächtelangen Anläufen. Und starr und schwer liegen bleibt. Unförmige nutzlose Masse ins Schwarz der Mundhöhle gebettet.

 

Wenn rotgeäderte Augen im Schneegestöber nur Schatten sehen.

 

Wenn die Leere sich konturlos nach innen frisst.

 

Wenn Wörter plötzlich dann doch den Mund verlassen. Und man hört ihnen verwundert zu, diesen fremden fernen Wesen. Und fragt sich, was sie wohl bedeuten. Und ob sie etwas mit einem zu tun? Und der Hohn an der Peripherie das fliehende Wort noch im Flug verschlingt, gierig.

 

Wenn Wörter von aussen nach innen, ein gleissender Strom, entfesselt, zügellos, durch alle nur möglichen Öffnungen dringen. Sich breitmachen, niederlassen, ungefragt, wo immer es ihnen gerade gefällt. Sich den letzten Rest Sinn einverleiben, nimmersatt.

 

Wenn auch das Allerflüchtigste schwer wie Blei im Magen liegt. Und nichts getan werden kann. Gegen den verständnislosen Blick der andern, auch gegen den eigenen nicht.

 

Wenn der Orbit des Gestaltlosen sich in alle Richtungen dehnt, unaufhaltsam an Volumen gewinnt. Keine Unterscheidung mehr möglich, nirgends.

 

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